Auf'n Juifen 'nauf
Als nordöstlicher Eckstein des Karwendels ist der Juifen nicht nur ein empfehlenswerter Aussichtspunkt, sondern auch ein absolut unproblematisches Wanderziel – zwar reichlich Strecke, aber alles auf einfachen Wegen. Trotzdem immerhin fünfeinhalb Stunden zu gehen und, wenn auch ohne steile Partien, rund 1100 Höhenmeter aufwärts.
Bitte beachten: Juifen ist mit langem u, ja nicht wie "Duisburg" auszusprechen.
Die Wanderung beginnt am (gebührenpflichtigen) Parkplatz Tiefental direkt am Ortsende von Achenkirch, kurz vor der Abzweigung nach Steinberg. Eine Asphaltstraße geht nach einigen Minuten über in den geschotterten Almweg, der bis zum Lämperer zum großen Teil auch mein Wanderweg ist. Zunächst aber wird die erste große Schleife des Almwegs durch einen steinigen Waldpfad abgekürzt. An dessen Ende tritt man auch gleich aus dem Wald heraus. Zu der jetzt noch hinter einer Wiesenkuppe verborgenen Falkenmoosalm geht es am bequemsten geradeaus über die Wiesen hinauf. Nach ca. einer Stunde ist die Alm erreicht. Da sie als "Außenposten" für die geführten Wanderungen und Ausritte eines Achenkirchener Luxushotels dient, ist sie auch nach der eigentlichen Almsaison bewirtschaftet: Ich konnte am 12. Oktober noch einkehren.
Schildenstein und Blaubergschneid, Guffert und Unnutz bilden das Panorama bei meiner ersten Rast.
Bitte beachten: Da die Falkenmoosalm seit 2011 neue Pächter hat und diese die Alm nur noch rein privat nutzen, ist eine Einkehr leider nicht mehr möglich!
Weiter geht geht es aufwärts Richtung Großzemmalm auf einer weit ausholenden Schleife des Almwegs. (Der in der Karte eingezeichnete Abkürzer war nicht mehr auszumachen.) Bei ca. 1550 m zweigt nach links der Steig zur Hochplatte ab; der Weg geht in die Waagrechte über und senkt sich sogar leicht hinunter in den Almgrund der Großzemmalm, malerisch zwischen den Hängen der Hochplatte und der Marbichler Spitze gelegen.
Hinter der Alm zieht der Weg in weiten Serpentinen hinauf, an der Lämperer Alm vorbei, zum Marbichler Joch (1737 m), wo sich der Blick nach Westen weit hinaus ins Dürrach- und Baumgartental auftut.
Auf dem Joch beginnt rechts der markierte Steig über Grashänge bis zum Gipfelkreuz des Juifen (1987 m).
Der Rückweg – mit Alternative für Unermüdliche
Der Rückweg führt über den gleichen Weg – und die gleiche Einkehr – wie der Aufstieg. Wer sich und seinen Füßen noch mehr zutraut, kann allerdings die Tour auch um rund zwei Stunden verlängern: mit Aufstieg zur Hochplatte und Besuch der Seewaldhütte.
Zunächst wird bis zur Großzemmalm wieder abgestiegen. Direkt hinter dem großen Stall zweigt ein unbezeichneter, aber gut erkennbarer Steig zum Nordhang der Hochplatte ab und trifft sich mit dem bezeichneten Steig (s. o.), der zum Gipfelplateau der Hochplatte (1815 m) hinaufführt.
Über schöne Grashänge geht's dann hinunter zur Seewaldhütte (1582 m). Durchgehend bewirtschaftet ist die Hütte der kleinen, aber feinen DAV-Sektion Achensee nur in der Hauptsaison, sonst an den Wochenenden. Die Hütte verschlossen vorzufinden (ist mir leider auch schon passiert) ist wirklich schade. Lieber vorher auf der Hüttenhomepage nachsehen, ob's passt.
(Die Hütte verfügt auch über Matratzenlager zur Übernachtung. Habe ich selbst zwar noch nicht ausprobiert, könnte ich mir aber sehr gut als Option vorstellen, um entweder am Folgetag den Rückweg noch weiter auszudehnen (Gröbner Hals, Sonntagsspitze, Unteraubachtal) oder eben am nächsten Tag nach relativ kurzem Weg das nächste Tourenziel anzugehen.)
Der weitere Abstieg führt an der Jochalm links vorbei durch Wald hinunter zur Feichtenalm, weiter abwärts Richtung Achenkirch. Linkshaltend auf dem "Karwendelweg" trifft man knapp oberhalb von Tiefental wieder auf den Aufstiegsweg.
(Autor: Axel Müßigbrod)








