Selbst 30 cm Schnee warf die Südtirolfahrer nicht aus der Bahn

Der Großteil der Teilnehmer
Selbst 30 cm Schnee konnte die Stimmung bei den 52 Teilnehmern unserer Sektionseise vom 15. bis 24. September ins Passeiertal nicht trüben, sondern wurde als willkommene Abwechslung gerne angenommen. Doch der Reihe nach.
Die 10-Tage-Fahrt nach St. Leonhard begann bei bestem Reisewetter über die A7 bis Füssen, über Fernpass, Innsbruck und Brenner. Hinterm Brenner entschloss sich Busfahrer Dietmar, nicht über Bozen, sondern den Weg über den Jaufenpass zu fahren, was zu einer fahrerischen Herausforderung, aber gut gemeistert wurde. Die wunderbare Sicht konnten aufgrund der vielen kurvigen Abschnitte in den Serpentinen leider nicht alle so richtig genießen. Nach der 14-stündigen Anreise und dem Abendessen in unserem hervorragenden Quartier Hotel Tirolerhof waren die meisten dann auch schnell verschwunden.
Durch die Apfelplantagen
 
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Die Einlauftour am nächsten Morgen führte uns bei schon recht warmer Witterung und viel Sonne durch zahlreiche Apfelplantagen von Riffian hinunter an die Passer und nach deren Überquerung hinauf auf den Maiser Waalweg und immer an der Passer entlang nach St. Leonhard, wobei die Sonne es gut mit uns meinte und 30 Grad hervorbrachte. Bei Ankunft im Hotel erwartete uns ein leckeres Kuchenbuffet. Vor dem Abendessen wurde unsere Sektionsfahne am Hotel angebracht, natürlich mit gesanglicher Unterstützung aller Teilnehmer, was bei dem rauschenden Waltenbach direkt am Hotel zu einer echten Herausforderung wurde.

Mit der Bergbahn fuhren anderntags alle hinauf nach Meran 2000. In dem großen und landschaftlich schönen Wandergebiet führte die Strecke zunächst bei einem Anstieg über das Missensteiner Joch, die Kesselberg-, Mittager- und Meraner Hütte zurück zur Bergstation. Die Berggruppe machte zusätzlich einen Abstecher zum Kratzberger See, einem klaren Bergsee, von dem man tolle Ausblicke auf die Almenlandschaft zwischen Hafling und dem Sarntal genießen kann, und auf den 2422 m hohen Großen Mittager, dessen Gipfel über eine grüne Wiese in einem flachen Anstieg gut zu erreichen ist. Kräftiger Wind und viele Wolken führten allerdings zum baldigen Aufbrechen.

Auf dem Weg zum Kratzberger See
 
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Mittagsrast am Kratzberger See
 
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Auf dem Großen Mittager
 
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Die Schneetourteilnehmer
 
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Für den Sonntag war Regen vorausgesagt, aber da es in St. Leonhard zwar neblig, aber trocken war, entschloss sich Tourenleiter Manfred Kolkmann, wie vorgesehen nach Pfelders zu fahren. Ab Moos setzte dann leichter Nieselregen ein, der sich bis Pfelders immer stärker entwickelte. Da auch die Bergbahn nicht fuhr, entschied der Tourenleiter sich nach einer halben Stunde zur Rückfahrt. Da es mittlerweile ebenso in St. Leonhard heftig regnete, wollte er um 13 Uhr zu einer kleinen Wanderung einladen. Doch kräftiger Niederschlag vereitelte auch dieses Ansinnen. Somit konnte jeder für sich entscheiden, wie er den Tag verbrachte. Einige entschieden sich z. B. für einen Museumsbesuch, während andere sich bei verschiedenen Spielen vergnügten.
Und am nächsten Morgen lag bis 1500 m hinunter Schnee. Es wurde trotzdem mit der Seilbahn von Saltaus aus ins 2000 m hohe Hirzergebiet gefahren. Wenn auch einige aufgrund der gut 30 cm Schnee umgehend die Rückfahrt (welche sogar schon ab der Mittelstation) antraten, hatten die 18 Verbliebenen einen Riesenspaß, als sie sich bei kräftigem Schneefall ihren Weg durch die weiße Pracht bahnten. Da die Wegemarkierungen bei dieser Menge Schnee nicht mehr sichtbar waren, wählte man nach einem wärmenden Aufenthalt in der Hirzerhütte den ebenfalls verschneiten, aber sicher zu erkennenden Fahrweg. Herrlichstes Winterwetter begleitete die 18 Tapferen, als es durch eine entzückende Winterlandschaft zwischen umgestürzten Bäumen, vorbei an feststeckenden Autos und unter stark herunterhängenden Ästen über die Gompm-Alm hinab zum Gasthof Hochwies ging. Nach der dort etwas verspäteten Mittagsrast lief man dann zur nicht mehr weit entfernten Mittelstation und fuhr das letzte Stück mit der Seilbahn nach Saltaus herunter, wo man mit schönem Spätsommerwetter empfangen wurde.
An der Hirzerhütte auf 2000 m
 
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... und los geht's!
 
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Sehr viele umgeknickte Bäume begleiteten uns
 
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Tolle Aussichten bietet der Rösslsteig
 
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Der wintertags zwar gern gesehene Niederschlag brachte das vorgesehene Programm für die weiteren Tage mächtig durcheinander, konnte doch Tourenleiter Manfred Kolkmann jetzt nicht mehr mit seinen Wanderfreunden so hoch hinaus wie vorgesehen. Die folgenden Tage waren dann allerdings von viel Sonne und Wärme geprägt.
So wurde am Dienstag auf dem Rösslsteig von Saltaus nach Dorf Tirol gewandert und dann mit der Hochmuth-Seilbahn hochgefahren. Eine Gruppe wählte danach den ansteigenden Rundweg über den Mutkopf, während die andere über den Meraner Höhenweg und Longfallhof hinunterlief nach Dorf Tirol. Mit dem Gästebus ging es dann zunächst nach Meran, von wo aus die Rückfahrt mit dem Linienbus nach St. Leonhard erfolgen sollte. Während die Wandergruppe bis zum Bahnhof fuhr und von da ohne Probleme nach St. Leonhard kam, stieg die Berggruppe an der ersten Haltestelle in Meran aus und musste vier volle Busse alle Viertelstunde passieren lassen, bevor es dann nach über einer Stunde mit dem fünften endlich klappte. Da unser Busfahrer seinen gesetzlich vorgeschriebenen freien Tag hatte, konnte er uns leider nicht holen.
Tags drauf ging es von Pfelders mit der Bergbahn auf den Grünboden. Auch hier mussten wir auf dem Panoramaweg über die Faltschnalalm nach Lazins noch äußerste Vorsicht walten lassen, denn etliche Schneereste säumten den Bergweg. Während die Wandergruppe am malerischen und von Almweiden umgebenden Lazinser Hof, dem höchstgelegenen Hof in Passeier, mit seinem ursprünglichen Erscheinungsbild in freier, zentraler Lage ihre ausgiebige Mittagsrast einlegte, wagte die Berggruppe noch den Aufstieg zur Schneidalm auf der gegenüberliegenden Bergseite. Hier lag beim Aufstieg auf dem von der Sonne beschienenen Hang jedoch nur sehr wenig Schnee. Aber der Almbetrieb war schon drei Tage vorher eingestellt worden, sodass wir dann nur die prächtige Aussicht genießen konnten. Auf einem steilen Abstieg mit einigen aus Holzbalken gelegten Überquerungen der Bergbäche ging es dann hinunter nach Pfelders. Hier hatte die Wandergruppe auf ihrem kürzeren Rückweg über Zeppichl bei Kaffee und Kuchen gewartet.
Nach dem Abendessen unterhielt uns für drei Stunden „Spatzen-Karl“ Karl Marth aus dem Nachbarort St. Martin mit seinen schmissigen Akkordenmelodien und zahlreichen Witzen. Die professionellen Klänge dieses Vollblutmusikers und Vaters der „Pseirer Spatzen“ wurden durch mehrfaches Schunkeln und Tanzen begleitet.
Während der Großteil am Donnerstag die vom Hotel angebotene Hauswanderung mit Hausherr und Küchenchef Herbert Holzknecht von Platt über Breiteben und Christl nach St. Leonhard mitmachte, wollten die anderen doch zumindest noch eine richtige Herausforderung meistern, was mit einem 1000-Höhenmeter-Anstieg von Platt aus über die Ulfaser Alm auf die Matatzspitze, die auch noch von kleinen Schneefeldern gesäumt war, vollzogen wurde. Nach einem phantastischen Ausblick auf das gesamte Passeiertal von Meran bis St. Leonhard erfolgte nach der ausgiebigen sonnigen Mittagsrast der 1400-m-Abstieg übers Hahnl und den Pfarrer nach St. Leonhard.
Für den sogenannten Abschlussabend konnte Hauptmatadorin Monika Mersmann immerhin 33 Leute (u. a. auch Busfahrer Dietmar) einspannen, die mit einigen Wortbeiträgen und etlichen Sketchvorführungen die heitere Zuschauerschar immer wieder zum Lachen brachten. Für diese organisatorische Realisierung gebührt ihr ein ganz besonders großes und herzliches Dankeschön. Ebenso allen, die sich bereit erklärten, mitzuspielen.
Der letzte Wandertag führte uns von Algund zunächst auf dem Algunder Waalweg und weiter auf dem Tappeinerweg bei prächtigen Ausblicken bis nach Meran hinunter. Mit dem Bus fuhren wir anschließend nach Hafling. Bei ansteigendem Weg steuerten wir zunächst das Kottnkino auf dem Rotsteinkogel an, einen mit 30 (Kino-)Sesseln aus Stahl und Kastanienholz ausgestatteten Felsen, der einen traumhaften Blick ins Meraner Umland gewährt. Zum Abschluss stand danach noch eine kurze Wanderstrecke zur Leadner Alm an, wo der gemeinsame Abschluss bei Kaffee und Kuchen auf der sonnigen Terrasse begangen wurde. Am „Grünen Baum“ hinter Vöran wartete dann unser Bus und brachte uns ein letztes Mal zum Hotel zurück.
Mit einem exzellenten kalten Buffet am Abend krönte die Hoteliersfamilie Holzknecht dann das sowieso schon vorzügliche Essen während der vergangenen Tage.
Bei der Heimreise am letzten Tag löste dann die Ankündigung des Fahrtzieles Hotel Tevini im Val die Sole im nächsten Jahr Begeisterung aus. Fast 30 sofortige Anmeldungen zeugten von der Zufriedenheit der 52 Teilnehmer.

Manfred Kolkmann