Selbst 30 cm Schnee warf die Südtirolfahrer nicht aus der Bahn

Die 10-Tage-Fahrt nach St. Leonhard begann bei bestem Reisewetter über die A7 bis Füssen, über Fernpass, Innsbruck und Brenner. Hinterm Brenner entschloss sich Busfahrer Dietmar, nicht über Bozen, sondern den Weg über den Jaufenpass zu fahren, was zu einer fahrerischen Herausforderung, aber gut gemeistert wurde. Die wunderbare Sicht konnten aufgrund der vielen kurvigen Abschnitte in den Serpentinen leider nicht alle so richtig genießen. Nach der 14-stündigen Anreise und dem Abendessen in unserem hervorragenden Quartier Hotel Tirolerhof waren die meisten dann auch schnell verschwunden.
Die Einlauftour am nächsten Morgen führte uns bei schon recht warmer Witterung und viel Sonne durch zahlreiche Apfelplantagen von Riffian hinunter an die Passer und nach deren Überquerung hinauf auf den Maiser Waalweg und immer an der Passer entlang nach St. Leonhard, wobei die Sonne es gut mit uns meinte und 30 Grad hervorbrachte. Bei Ankunft im Hotel erwartete uns ein leckeres Kuchenbuffet. Vor dem Abendessen wurde unsere Sektionsfahne am Hotel angebracht, natürlich mit gesanglicher Unterstützung aller Teilnehmer, was bei dem rauschenden Waltenbach direkt am Hotel zu einer echten Herausforderung wurde.
Mit der Bergbahn fuhren anderntags alle hinauf nach Meran 2000. In dem großen und landschaftlich schönen Wandergebiet führte die Strecke zunächst bei einem Anstieg über das Missensteiner Joch, die Kesselberg-, Mittager- und Meraner Hütte zurück zur Bergstation. Die Berggruppe machte zusätzlich einen Abstecher zum Kratzberger See, einem klaren Bergsee, von dem man tolle Ausblicke auf die Almenlandschaft zwischen Hafling und dem Sarntal genießen kann, und auf den 2422 m hohen Großen Mittager, dessen Gipfel über eine grüne Wiese in einem flachen Anstieg gut zu erreichen ist. Kräftiger Wind und viele Wolken führten allerdings zum baldigen Aufbrechen.
Und am nächsten Morgen lag bis 1500 m hinunter Schnee. Es wurde trotzdem mit der Seilbahn von Saltaus aus ins 2000 m hohe Hirzergebiet gefahren. Wenn auch einige aufgrund der gut 30 cm Schnee umgehend die Rückfahrt (welche sogar schon ab der Mittelstation) antraten, hatten die 18 Verbliebenen einen Riesenspaß, als sie sich bei kräftigem Schneefall ihren Weg durch die weiße Pracht bahnten. Da die Wegemarkierungen bei dieser Menge Schnee nicht mehr sichtbar waren, wählte man nach einem wärmenden Aufenthalt in der Hirzerhütte den ebenfalls verschneiten, aber sicher zu erkennenden Fahrweg. Herrlichstes Winterwetter begleitete die 18 Tapferen, als es durch eine entzückende Winterlandschaft zwischen umgestürzten Bäumen, vorbei an feststeckenden Autos und unter stark herunterhängenden Ästen über die Gompm-Alm hinab zum Gasthof Hochwies ging. Nach der dort etwas verspäteten Mittagsrast lief man dann zur nicht mehr weit entfernten Mittelstation und fuhr das letzte Stück mit der Seilbahn nach Saltaus herunter, wo man mit schönem Spätsommerwetter empfangen wurde.
So wurde am Dienstag auf dem Rösslsteig von Saltaus nach Dorf Tirol gewandert und dann mit der Hochmuth-Seilbahn hochgefahren. Eine Gruppe wählte danach den ansteigenden Rundweg über den Mutkopf, während die andere über den Meraner Höhenweg und Longfallhof hinunterlief nach Dorf Tirol. Mit dem Gästebus ging es dann zunächst nach Meran, von wo aus die Rückfahrt mit dem Linienbus nach St. Leonhard erfolgen sollte. Während die Wandergruppe bis zum Bahnhof fuhr und von da ohne Probleme nach St. Leonhard kam, stieg die Berggruppe an der ersten Haltestelle in Meran aus und musste vier volle Busse alle Viertelstunde passieren lassen, bevor es dann nach über einer Stunde mit dem fünften endlich klappte. Da unser Busfahrer seinen gesetzlich vorgeschriebenen freien Tag hatte, konnte er uns leider nicht holen.
Nach dem Abendessen unterhielt uns für drei Stunden „Spatzen-Karl“ Karl Marth aus dem Nachbarort St. Martin mit seinen schmissigen Akkordenmelodien und zahlreichen Witzen. Die professionellen Klänge dieses Vollblutmusikers und Vaters der „Pseirer Spatzen“ wurden durch mehrfaches Schunkeln und Tanzen begleitet.
Für den sogenannten Abschlussabend konnte Hauptmatadorin Monika Mersmann immerhin 33 Leute (u. a. auch Busfahrer Dietmar) einspannen, die mit einigen Wortbeiträgen und etlichen Sketchvorführungen die heitere Zuschauerschar immer wieder zum Lachen brachten. Für diese organisatorische Realisierung gebührt ihr ein ganz besonders großes und herzliches Dankeschön. Ebenso allen, die sich bereit erklärten, mitzuspielen.
Der letzte Wandertag führte uns von Algund zunächst auf dem Algunder Waalweg und weiter auf dem Tappeinerweg bei prächtigen Ausblicken bis nach Meran hinunter. Mit dem Bus fuhren wir anschließend nach Hafling. Bei ansteigendem Weg steuerten wir zunächst das Kottnkino auf dem Rotsteinkogel an, einen mit 30 (Kino-)Sesseln aus Stahl und Kastanienholz ausgestatteten Felsen, der einen traumhaften Blick ins Meraner Umland gewährt. Zum Abschluss stand danach noch eine kurze Wanderstrecke zur Leadner Alm an, wo der gemeinsame Abschluss bei Kaffee und Kuchen auf der sonnigen Terrasse begangen wurde. Am „Grünen Baum“ hinter Vöran wartete dann unser Bus und brachte uns ein letztes Mal zum Hotel zurück.
Mit einem exzellenten kalten Buffet am Abend krönte die Hoteliersfamilie Holzknecht dann das sowieso schon vorzügliche Essen während der vergangenen Tage.
Bei der Heimreise am letzten Tag löste dann die Ankündigung des Fahrtzieles Hotel Tevini im Val die Sole im nächsten Jahr Begeisterung aus. Fast 30 sofortige Anmeldungen zeugten von der Zufriedenheit der 52 Teilnehmer.











